Backpacking Quito – Ecuador

Quito, die höchste Hauptstadt der Welt in den Anden Südamerikas – Ecuador, ist nicht umsonst zusammen mit den Galapagos Inseln die erste auf der Liste als UNESCO Weltkulturerbe. Für individualreisende Backpacker ist sie ein kulturelles Schmuckstück auf der Reise durch Ecuador.

Ankunft in Quito

Üblicherweise wird man am internationalen Flughafen in Quito ankommen, wenn man nicht aus dem Süden aus einem anderen Land per Bus in die Stadt kommt. Der Flughafen ist höchst modern, hat im Airport Center gegenüber eine kleine Shopping Mall mit 24h Minimarkt & Apotheke, gratis Wifi und eine Krankenstation, welche als Reisender bei Problemchen einem Krankenhausbesuch vorgezogen werden sollte.

Der Flughafen ist ein gutes Stück vom Zentrum entfernt, am besten nimmt man ein Taxi am für mich bislang am besten organisiertesten Taxistand, den ich je gesehen habe: eine Person vom Flughafen mit Reisbrett bietet die wartenden Taxis an, je nach Ziel gibt es eine fixen Standardtarif, bei welchem vor allem der Flughafen mitverdient. Eine Fahrt ins Zentrum in die Altstadt kostet 26$ Und dauert etwas mehr als 30 Minuten.

Alternativ und kostengünstiger kann man auch den öffentlichen Shuttlebus nehmen, der meiner Information nach etwa 8$ kostet, etwas über 2 Stunden fährt, und regelmäßig im etwa stündlichen Takt abfährt.

Unterkunft in Quito

Quito ist eine moderne Millionenstadt, in welcher Booking.com, Airbnb & Co. längst angekommen sind. Wir haben tatsächlich spontan einen Tag zuvor über booking.com gebucht und sind in einem Doppelzimmer mit eigenem Bad (Wifi, Warmwasser) in Zentrumsnähe zu zweit für rund 20$ pro Nacht untergekommen.

Wir waren im Hostel Colonial House Inn, welches auch einen sehr netten Garten, kostenloses Trinkwasser und Kaffee hatte. Auch, als einer unserer Koffer nicht ankam, da es Lufthansa in Frankfurt nicht geschafft hat, waren die Leute an der Rezeption zwar nicht übereifrig, hatten es jedoch in unserer Abwesenheit entgegengenommen. Nur Barzahlung.

Allgemein findet sich bei spontan gebuchten Unterkünften in Ecuador meist ein günstigerer Preis bei gleicher Qualität. Auch sind die Angebotspreise (Last Minute, etc.) auf Booking.com oft deutlich günstiger als wenn man vor Ort in der Unterkunft direkt bucht – unverständlich eigentlich, aber Tatsache.

Nachdem man sich in Quito als Tourist vorwiegend in der (relativ) sicheren Altstadt bewegen wird, empfiehlt es sich natürlich möglichst nahe an dieser zu wohnen, um abends nicht zwangsläufig ein Taxi nehmen zu müssen.

Unterwegs in Quito

Da man als Europäer besser kein privates Gefährt mieten soll bzw. kann, ist man in Ecuador auf öffentliche Verkehrsmittel und Taxi angewiesen.

In Ecuador allgemein, ganz besonders aber natürlich in Quito, gibt es neben dem klassischen Taxi, welche sehr moderate Preise haben, die noch günstigeren Fahrer über die App Uber, bei welchen der Fahrtpreis schon zu Beginn feststeht und man daher als Nutzer nicht von Stau oder Umwegen abhängig ist. Vor allem empfiehlt es sich, bei Fahrten aus dem Zentrum zum Busbahnhof ein Uber zu nehmen. (Ca. 8$ bis 15$ in 30 Minuten, mit dem öffentlichen Bus über 1,5h mit min. einem Umstieg bei ca. 5$)

Für alle Fernbusse in Richtung Süden, muss man zum südlichen Terminal Terrestre Quitumbe, welcher größer als jeder von mir zuvor gesehene Busterminal in Europa ist. Dennoch ist alles bestens organisiert, auch wenn es manchmal etwas chaotisch wirkt. In Fernbussen, auch jenen für nur kurze Strecken von einer Stunde, spielt es in Ecuador übrigens so gut wie immer einen Actionfilm oder Musik.

Die koloniale Altstadt selbst erkundet man natürlich am besten zu Fuß, da sie nicht besonders weitläufig ist, und man so am meisten Eindrücke mitnimmt.

Koloniale Altstadt

Die koloniale Altstadt ist nicht umsonst geschützt: bunte, prachtvolle Fassaden und Gebäude, große schöne Plätze, idyllische Straßen – zwischendrin jede Menge Schuhputzer, kleine Lokale und Bauchladenverkäufer. Die Altstadt ist nicht besonders groß, an einem Nachmittag ist man durchgebummelt.

Neben der schönen Stadt selbst ist auch die Gesellschaft sehr lebendig. Am Hauptplatz wird man dazu eingeladen fünf Minuten Halt zu machen und dem Treiben zuzusehen – es werden schnell fünfzig Minuten daraus.

Schuhputzer sind berühmt für Quito
Kolonialer Hauptplatz in Quito.

Abends gibt es einige lebendige Bars und Kneipen. Wie auch bezüglich aller anderen Aktivitäten und Lokalitäten haben wir uns an unseren sehr empfehlenswerten Reiseführer „Lonely Planet Ecuador & Galapagos“ gehalten, da auf TripAdvisor & Co. meist ohnehin jedes Lokal gut bewertet ist.

Ausblick Restaurant Vista Hermosa

Besondere Empfehlung: die obere Dachterrasse mit 360 Grad Blick über die ganze Stadt im sehr exquisiten Restaurant Vista Hermosa – besser als jeder Aussichtspunkt, wenn auch nur für einen Kaffee. 😉

Echter Panamahut

Der originale Panamahut wurde tatsächlich nicht wie sich vom Namen leicht vermuten lässt in Panama, sondern in Ecuador, genauer gesagt in Quito erfunden. Darauf sind die Bewohner der Stadt natürlich ganz besonders stolz und tragen tagein, tagaus den Hut als Modeobjekt und Schutz vor der Höhensonne.

Wenn man schon einmal vor Ort ist, sollte man nicht um 10$ den Hut aus Plastik in Massenanfertigung, importiert um die halbe Welt aus China von Straßenverkäufern kaufen, sondern ein eine der Hutmanufakturen einkehren. Um ca. 18$ gibt es einen handgemachten, echten Panamahut inklusive Erklärung und Blick hinter die Kulissen eines Familienbetriebes.

TelefériQo

Für den jedenfalls weitläufigsten Ausblick über die Millionenstadt Quito nimmt man sich am besten ein Uber aus der Innenstadt etwa 30min zur Gondelbahn TelefériQo, um rauf auf den Ruta a Rucu Vulkan auf 4000 Höhenmeter zu gelangen.

Ausblick auf die Stadt Quito

Oben angekommen, nimmt man sich am besten gleich bei der Bergstation einen Coca-Tee, welcher blutverdünnend wirkt und die Höhenlage besser verträglich macht. So klappt die nur ca. 1km lange Wanderung bis zum geliebten Fotomotiv, den Schaukeln Columpio del teleferico, deutlich leichter. Spitzenwanderer können auch gerne weiter bis zum Gipfel Antena Ruta a Rucu gehen.

Eindrücke

Zusammenfassend war Quito für uns das Tor nach Ecuador, wo wir unsere Reise begannen und beendeten. Eine Stadt welche, durch die Altstadt bummelnd, eher wie eine 200.000 Einwohner Stadt (Wiki Quito) wirkt, in Wirklichkeit jedoch noch deutlich größer als Wien ist. Diese Dimensionen merkt man erst so richtig wenn man ganz oben steht, um Luft schauend auf 4000m Höhe und unten so weit das Auge reicht Quito sieht. Edler, kolonialer Stil trifft auf südamerikanische Mentalität – eine spannende Mischung und auf jeden Fall wert zu besuchen.

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